iRacing NEC Saisonauftakt & 24h Rennen

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Altbewährtes im neuem Kleid

Der Motorsport4all.com-Entry mit den Weller-Brüdern Rene/Denny und Rick Haese gehen abermals mit dem Audi RS 3 LMS in die neue Nürburgring Endurance Championship und mit Erfahrungen der letzten Saison erneut auf Punktejagd für ein gutes Gesamtergebnis am Ende des Jahres - Bestandsaufnahme der ersten beiden Rennen plus dem Saisonhighlight 24H Nürburgring

Das bisher einfachste in dieser Saison für Motorsport4all.com war die Wahl des Fahrzeuges, die wie im letzten Jahr auf den Audi RS 3 LMS gefallen ist. Zunächst war geplant den M4 GT4 von BMW über die neun Rennen der Nürburgring Endurance Championship (kurz NEC) zu pilotieren. Doch da sich die Macher des iRacing Services gedacht haben den M4 gar nicht in der Serie loszulassen, haben sich Rene und Rick wieder für den TCR-Wettbewerber von Audi entschieden, den sie in der letzten Saison auf einen achtbaren siebten Gesamtplatz in der Klasse getragen haben. Ms4all-Chef Rene hat sich darüber hinaus entschieden den RS 3 so richtig schick erscheinen zu lassen und lackierte ein sehr modernes und ansehnliches Design für die neue Saison. Zusätzlich tritt Motorsport4all zukünftig mit der Startnummer #4 auf, da Rick schon letztes Jahr die Idee aufkam, doch mit der Nummer an den Start zu gehen die man schon im Namen trägt - Wiedererkennungswert in allem Bereichen.

Der Saisonauftakt am 18. April - der intern auch als Generalprobe für das 24h-Rennen galt - verlief zunächst sehr vielversprechend. Im dritten Split des ersten Rennens qualifizierte sich Rick im 30 minütigen Shootout für den dritten Startplatz. Noch besser wurde es als plötzlich nach den ersten Rennkilometern bereits im Hatzenbach-Geschlängel der erste Platz zugunsten der Ms4all-Truppe zu verzeichnen war. Aufgrund von Fehlern der restlichen Mitbewerber konnte sich Rick schon in der ersten Rennrunde auf die Spitzenposition setzen und auch im restlichen Stint wechselte er sich permanent mit dem stärksten Widersacher in Windschattenduellen vorne in der Führungsarbeit ab.

Rene übernahm nach dem ersten Neun-Runden-Stint und plötzlich verließ den TCR-Tretern von Ms4all das Glück. Gleichzeitig zeigte sich der Server auf dem dieser Split stattfand nicht von der stabilsten Seite. Rene verzeichnete bei sich in einer brenzligen Situation und einer Kollision mit mehreren Fahrzeugen einen ghostcontact, also eine Kollisionsabfrage seitens iRacing, die so optisch gar nicht stattgefunden hat und auf einen instabilen Netcode zurückzuführen ist. Mit Beschädigungen musste er relativ früh in dem Stint die Box ansteuern und den Fast Repair gebrauchen - eine Reparatur-Option, die in iRacing erlaubt ohne zusätzliche Reparaturzeit ein Fahrzeug komplett wiederherzustellen. Rick übernahm den Rest des Rennens und verbesserte sich von Platz 10 aus kommend noch auf den achten Klassenrang, auch wenn ihm selbst noch ein weiterer ghostcontact mit einem GT4-Fahrzeug kurzzeitig zurückwarf. Mehr als eine Schadensbegrenzung mit ein paar Pünktchen mehr lies sich aus diesem Rennen nicht mehr heraus holen.

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24H

Beim Saisonhighlight - dem iRacing 24 Hours of Nürburgring am 24. April - gesellte sich Denny dem Fahrer-line-up hinzu und wusste trotz wenig Erfahrung mit dem Auto umzugehen. Wenigen Trainigssessions zum Trotz fuhr Rick zum Start des Events im fünften Split die zweite Startposition heraus und führte das Team auch in die ersten neun Runden ins Rennen. Rick konnte in den ersten Runden Kontakt zum Erstplatzierten halten und zwischenzeitlich in der fünften Runde kurz die Führung übernehmen. Mit der Reihenfolge Rick, Rene, Denny fuhr Motorsport4all.com fast das komplette Rennen durch. Rene konnte im zweiten Stint seine Erfahrung ausspielen und Denny im dritten seine jahrelange Routine aus verschiedensten Simulationen. Bis in die Nacht hinein verschoben sich mit den jeweiligen Boxenstopprhytmen die Positionen in den Top 5. Die drei Ms4all-Fahrer konnte sich zu jederzeit zwischen dem zweiten und dem fünften Platz behaupten und es blieb bis in die Nacht hinaus ein fehlerfreies Rennen. Zu den Morgenstunden hin festigte sich man dann einen Podestplatz und baute den Vorsprung nach hinten sukzessive aus. Bis zum Vormittag konnte man den Kontakt zu den ersten beiden Teams halten - Platz 2 wäre vielleicht bei absoluter Fehlerfreiheit drin gewesen, jedoch wurde der erste Platz vorzeitig abgeschrieben, weil sich dort stärkere Fahrer über die Distanz abwechseln konnten. Anders als sonst konnte Rick bei diesem Rennen die schnellste Runde nicht im Startstint fahren, sondern in den Morgenstunden und verpasste die Qualifikationszeit nur um wenige Zehntel. 

Der erste richtige Ausritt des Rennens ereilte Denny dann am Mittag und das sogar unverschuldet, als sich ein GT3-Kollege versucht hat im Hatzenbach-Geschlängel vorbei zu drängeln. Denny musste dementsprechend einmal die Lenkung öffnen und um ein paar Grasnarben abkürzen. Das sonstige Niveau der Fahrer war in diesem Split hingegen wirklich hoch und viele weitere Vorfälle im Feld gab es so gut wie keine.

Denny war es dann auch der den Audi auf Platz 3 ins Ziel brachte. Im ganzen Rennen gab es keine Reparaturzeit, keine gröberen Verstöße oder Vorfälle. Zum Schluss wurde das sogar mit dem fünften Platz der saubersten Teams der ganzen Splits belohnt - von immerhin 20 an der Zahl.

Beim zweiten Rennen der NEC war Rick dann auf sich alleine gestellt, da Rene aus beruflichen Gründen verhindert war. Durch das dadurch entstehende höhere Durchschnitts-Rating fuhr Rick diesmal im zweiten Split des Events und fuhr in der Qualifikation einen soliden zweiten Platz heraus.

Der Startstint war der bisher aufregendste, zusätzlich zu steigenden Temperaturen während des Rennes. Die ersten neun Runden waren ein reiner Vierkampf um den zweiten Platz, Stoßstange an Stoßstange. Zeitweise war Rick aus eigener Kraft auf P2 angekommen, jedoch waren die vier Teams so ausgeglichen, das er sich nicht entscheidend absetzen konnte - jedoch kam dann die Strategie ins Spiel. Er entschied sich aufgrund der steigenden Temperaturen und dem deutlich höheren Reifenverschleiß, das Rennen in drei gleichgroße Stints aufzuteilen, damit die Reifen in einer zwar machbaren - aber nicht sinngebenden zehnten Runde performancetechnisch nicht komplett eingehen. Schon in der neunten Runde eines Stints fuhr sich das Auto zehn Sekunden langsamer als normal und somit war klar: eine weitere Runde würde die Rundenzeit weitere Sekunden in den Keller gehen lassen. Rick fuhr keine zehnte Runden auf den Reifen, die direkten Konkurrenten hingegen schon. Nach den ersten Boxenstopps ergab sich für Rick ein 15 Sekunden-Puffer mit dem er bis zum Ende des Rennens haushalten konnte.

Mit dem erkämpften zweiten Rang im zweiten Split machte das Motorsport4all.com-Team eine großen Schritt in der Teammeisterschaft. Mittlerweile befindet man sich dort nach einem schwachen Start im ersten Rennen auf Platz 11. Als erneutes Ziel ausgegeben war eine Top 10-Platzierung. Vielleicht nur noch ein weiteres Rennen und man befindet sich schon wieder im Zielkorridor.

Fahrerstimmen

 

Rene Weller: „Das erste Rennen lief zuerst ganz gut bis es zum merkwürdigen Kontakt gekommen war. Meine Pace nicht gerade gut. Beim 24h konnte ich die Pace deutlich verbessern (fehlen immer noch 5sek), aber ich konnte konstant saubere Runden absolvieren wie alle unserer Fahrer was und P3 beschert hat. Ich hoffe darauf können Wir in der NEC aufbauen. Rick hat es im 2.Rennen schon deutlich gezeigt.

Denny Weller: „Lief alles reibungslos ,ohne irgendwelche Zwischenfälle. Das Setup war sehr stabil und das Auto ließ sich echt gut fahren. Es war eine starke Teamleistung. Freue mich auf die nächsten 24h mit dem Team!“

Rick Haese: „Nach dem vermasselten ersten Auftritt haben wir zum 24-Stunden-Rennen schnell wieder in die Spur gefunden. Wichtig ist es immer eingefahren mit diesem Auto auf dieser Strecke zu sein. Im zweiten Rennen der NEC hat diese Erfahrung auch sehr geholfen. Der zweite Platz bei diesem Rennen sollte die weichen für die Saison korrigiert und gestellt haben. Wir haben den siebten Platz letztes Jahr in der Meisterschaft noch im Hinterkopf. Der sollte es vielleicht wieder sein.“

 

Die nächste Bestandsaufnahme erfolgt nach dem vierten Rennen der Nürburgring Endurance Championship. Bestandteil dieses Rückblicks wird auch das Creventic 12h-Rennen auf dem Hockenheim sein, bei dem Motorsport4all.com mit ein paar Rookies des Teams auftreten will.

 

Alle NEC-Rennen live verfolgen im RHonboard-Livestream: https://www.youtube.com/user/RHonboard

 

Playlist aller bisherigen NEC-Rennen: https://youtube.com/playlist?list=PLRzUR1S3EouQlwLqMj6kP25MlnGechsUn

 

Die iRacing 24 Hours of Nürburgring aus der Sicht von Motorsport4all.com: https://www.youtube.com/watch?v=Q_0ttG0QQ-g